PCOS – mehr als ein Zyklusproblem
- Heilpraktikerin

- vor 7 Tagen
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PCOS ist mehr als ein Zyklusproblem.
Erfahren Sie, wie Hormone, Stoffwechsel und Darmgesundheit zusammenhängen und warum eine ganzheitliche Betrachtung wichtig ist.
Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) gehört zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Weltweit ist etwa jede zehnte Frau betroffen.
Trotz dieser Häufigkeit erleben viele Betroffene einen langen Weg bis zur Diagnose – und oft ebenso lange Unsicherheit darüber, was PCOS eigentlich bedeutet.
Viele Frauen kommen mit dem Gefühl zur mir, dass „irgendetwas nicht stimmt“.
Zyklusstörungen, Hautprobleme, Erschöpfung oder Gewichtszunahme werden häufig einzeln betrachtet.
Dabei zeigt sich PCOS in den meisten Fällen vielschichtig und betrifft mehr als nur den Zyklus.
Was ist PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)?
PCOS ist eine komplexe hormonelle Störung, die sich bei jeder Frau unterschiedlich zeigen kann.
Typische Merkmale sind unter anderem:
unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge
Zyklusstörungen
hormonelle Akne oder Hautveränderungen
vermehrte Körper- oder Gesichtsbehaarung
Haarausfall
Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen
Nicht jede Frau mit PCOS hat alle Symptome.
Genau diese Unterschiedlichkeit macht es für viele Betroffene schwer, sich selbst einzuordnen.
PCOS als hormonelle und metabolische Störung
Lange wurde PCOS vor allem als hormonelles Problem betrachtet.
Heute weiß man, dass bei vielen Frauen auch der Stoffwechsel eine zentrale Rolle spielt.
Häufig zeigen sich Hinweise auf eine Insulinresistenz.
Dabei reagieren die Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin, was zu erhöhten Insulin- und Blutzuckerspiegeln führen kann.
Diese Veränderungen können wiederum den Hormonhaushalt beeinflussen und PCOS-typische Symptome verstärken.
PCOS betrifft daher oft nicht nur die Eierstöcke, sondern das Zusammenspiel von:
Hormonen
Stoffwechsel
Blutzuckerregulation
Insulinresistenz und Stoffwechsel bei PCOS
Eine Insulinresistenz kann dazu beitragen, dass der Körper vermehrt männliche Hormone bildet. Dies kann sich unter anderem in Form von Akne, Zyklusstörungen oder vermehrter Körperbehaarung zeigen.
Gleichzeitig kann ein gestörter Stoffwechsel das Abnehmen erschweren – selbst bei bewusster Ernährung und Bewegung.
Für viele Frauen ist das besonders frustrierend und führt zu dem Gefühl, „alles falsch zu machen“, obwohl die Ursache oft tiefer liegt.
Welche Rolle spielt der Darm bei PCOS?
Auch die Darmgesundheit kann beim Polyzystischen Ovarialsyndrom eine Rolle spielen.
Der Darm ist an Entzündungsprozessen, am Stoffwechsel und am Hormonabbau beteiligt.
Viele Frauen mit PCOS berichten zusätzlich über Verdauungsbeschwerden, Blähungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Diese Symptome sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern als möglicher Teil eines größeren hormonellen und metabolischen Zusammenhangs.
Warum PCOS so individuell verläuft
PCOS zeigt sich bei jeder Frau anders.
Die hormonellen Muster, die Stoffwechselsituation und die Ausprägung der Beschwerden können stark variieren.
Deshalb greifen pauschale Empfehlungen häufig zu kurz.
Was einer Frau hilft, kann für eine andere wenig wirksam sein oder sogar zusätzliche Belastung bedeuten.
Eine individuelle Betrachtung ist daher entscheidend, um Zusammenhänge besser zu verstehen.
Ganzheitliche Betrachtung bei PCOS
Eine ganzheitliche Betrachtung von PCOS ersetzt keine ärztliche Diagnostik.
Sie kann jedoch helfen, das Beschwerdebild besser einzuordnen und Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Dazu gehören unter anderem:
eine ausführliche Anamnese
die Betrachtung hormoneller und metabolischer Prozesse durch verschiedene Untersuchungen wie Blut und Speichel
die Einbeziehung von Darmgesundheit, Stress und Lebensstil
Ziel ist es nicht, Symptome isoliert zu behandeln, sondern Orientierung zu schaffen.
Viele Frauen mit PCOS haben bereits einen langen Weg hinter sich – geprägt von Unsicherheit, widersprüchlichen Informationen und dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Mir ist es wichtig, PCOS verständlich, ruhig und individuell einzuordnen.
Nicht jede Frau braucht dasselbe – aber jede Frau verdient es, mit ihren Beschwerden ernst genommen zu werden.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung.


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